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Ein nicht-zitroniger Wuschelkopf bei Doctor Who: Der vierte Doktor

Dienstag, 27. Oktober 2009 10:27

Hallo liebe Leser von Lemons World! Hier “spricht” ausnahmsweise nicht Marc, sondern ein Wesen von außerhalb. Mein Name ist Julia und ich schreibe normalerweise auf 49 Suns. Im letzten Monat war ich in Urlaub und Marc war so freundlich einen Gastbeitrag als Vertretung beizusteuern. Dies hier ist sozusagen das Gegenstück, mit dem ich auch meine Arbeit als Charts-Botschafterin der Zitronenwelt antrete.

Wie der Titel schon vermuten lässt und wie einige Leser schon mitbekommen haben, ist dies nicht der einzige Gastbeitrag, den ich schreibe. Als verbindendes Element für eine Beitragsserie habe ich die britische TV-Serie Doctor Who ausgesucht, die hierzulande leider viel zu unbekannt ist. Die Serie lief von 1963 bis 1989 (26 Staffeln) und seit 2005 wieder (bisher vier Staffeln) auf BBC. Wer sich durchhangeln möchte, fange am besten beim ersten Beitrag an und folge dann den Links zum nächsten. Dieser Beitrag hier sollte aber auch bis zu einem gewissen Grad für sich alleine stehen.

Worum geht es überhaupt

TARDISIn einem Wort könnte man die Serie als Abenteuer-Sci-Fi-Comedy-Kinder-Kult bezeichnen. Wer einen ganzen Satz zur Erklärung möchte, dem sei gesagt, dass hier der Doktor und seine Companions mit der TARDIS (Time and Relative Dimension(s) in Space) durch Raum und Zeit reisen, welche wie eine blaue Polizeizelle aussieht (siehe Bild) und innen größer als außen ist. Am Anfang hatte der Doktor so gut wie keine Kontrolle über Ort und Zeitpunkt des nächsten Reisestopps, was zwar beim vierten Doktor wieder ganz gut funktioniert, aber auch wenn er nicht mehr nur zufällig von Abenteuer zu Abenteuer stolpert, gibt es mehr als genug Gefahren zu überstehen.

Der vierte ist immer noch dieselbe Person wie der erste Doktor, der sich “regeneriert” hat. Ursprünglich war das als Idee gedacht, um eine erfolgreiche Serie weiterzuführen, wurde mittlerweile aber in den Kanon integriert. Der Doktor ist ein sogenannter Time Lord vom Planeten Gallifrey und Nummer vier, gespielt von Tom Baker, war der bisher am längsten aktive (sieben Staffeln von 1974-1981) und in einigen Aspekten auch der beliebteste Doktor. Darauf werden wir gleich noch eingehen.

Meterlanger Schal und viele Begleiter

K9 Im Laufe der Jahre hatte der vierte Doktor eine unglaubliche Anzahl Companions, darunter einige ungewöhnliche. Die feiste Reporterin Sarah Jane Smith war schon mit dem dritten Doktor (Jon Pertwee) unterwegs gewesen und wurde nach gut drei Jahren wieder “zu Hause” abgeliefert. Wer die neue Serie gesehen hat und speziell die Folge School Reunion wird sich daran erinnern.

Ungewöhnlicher war da der Blechhund K-9 (siehe Bild), was in englischer Aussprache canine = Hund bedeutet. Seine ikonische Sprechweise (“Affirmative, Master”) und technische Raffinessen machen ihn zu einem der verehrtesten, aber auch nervtötensten Companions.

Ebenfalls aus der Reihe fiel die Time Lady Romana, die während ihrer Zeit mit dem Doktor selber regenerierte. Den bleibensten Eindruck bei den Fans hinterließ jedoch Adric, der aus irgendeinem Grund sehr unbeliebt ist. Ich habe einige Folgen mit ihm gesehen und finde ihn ganz sympathisch. Vielleicht wird er ja erst beim nächsten Doktor so unerträglich.

Der vierte Doktor ist jedoch am bekanntesten für seinen bunten, meterlangen Schal, der ihm beim Laufen öfter mal zwischen die Füße kommt. In Tom Bakers letzter Staffel wurde sein Kostüm verändert (Fragezeichen auf dem Revers) und der Schal wurde einfarbiger gestaltet. Hier ein Bild vom Doktor an der TARDIS-Konsole mit Adric:

Der vierte Doktor und Adric

Der vierte Doktor und Adric (Screenshot aus Logopolis)

Die Titelsequenz wurde ebenfalls drastisch geändert, wenn man sich mal die von 1974 bis 1979 und dann die der letzten Staffel ansieht:

Die Veränderungen und verschiedenen Logos werden in einem der folgenden Beiträge Thema sein. Jetzt aber erstmal zu den Bestenlisten, auf die ich im Rahmen meiner Charts-Botschafter-Tätigkeit auf jeden Fall eingehen muss.

Der beliebteste Doktor und die besten Folgen

Bei nunmehr fast elf Doktoren (noch ist der zehnte aktiv, aber die Dreharbeiten mit Nummer elf laufen schon) ist es klar, dass Vergleiche angestellt werden und einige beliebter als andere sind. Tom Baker wird von vielen als “ihr” Doktor bezeichnet, d.h. dass sie mit ihm groß geworden sind. Das liegt natürlich zum einen an seiner langen Tätigkeit, aber zum anderen auch an wirklich großartigen Geschichten. Diese bestehen aus mehreren Folgen zu je 25 Minuten, die mit einem Cliffhanger enden. So war gewährleistet, dass auch am nächsten Samstag Abend wieder eingeschaltet wurde.

Der vierte Doktor (Tom Baker)

Der vierte Doktor Tom Baker (Screenshot aus der Dokumentation "A New Body at Last")

Es gibt viele Listen im Internet, in denen die Folgen in eine mehr oder weniger sinnvolle Reihenfolge gebracht werden, sei es von einzelnen Personen oder durch Abstimmungen und das nach den verschiedensten Kriterien. Ich stürze mich auf die vom Doctor Who Magazine, das im September die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlichte, in der alle bisherigen 200 Folgen bewertet wurden. Die fragliche Ausgabe wurde mit vier verschiedenen Covern verkauft, das den vierten, fünften, neunten oder zehnten Doktor zeigt (siehe #413 in dieser Liste). Bezeichnenderweise waren die Cover mit Tom Baker überall schon ausverkauft, als ich mir im Urlaub diese Ausgabe zulegen wollte. Der Inhalt ist immer derselbe und daraus kann ich einige Statistiken präsentieren.

Die einzelnen Geschichten wurden von 6700 Lesern mit Punkten bewertet, aus denen die Redaktion einen Prozentwert errechnet hat (beste Story: 91,64%, schlechteste: 38,44%).

  • Tom Bakers Geschichten erreichen mit durchschnittlich 70,7% den drittbesten Platz,
  • seine drei ersten Staffeln sind in den Top 5 der beliebtesten Staffeln (13 mit 79,27% auf Platz 1, 14 mit 78,76% auf 2, 12 mit 75,7% auf 5),
  • in den Top 10 der besten Geschichten stammen fünf aus der Tom Baker-Zeit (Plätze 3, 4, 7, 8 und 9),
  • bei den Fans im Alter von 18-36 und über 36 Jahren sind dieselben fünf Tom Baker-Geschichten in den Top 10 (in anderer Reihenfolge auf anderen Plätzen),
  • diese fünf besten Geschichten stammen aus Staffel 12 (#3), Staffel 13 (#7), Staffel 14 (#4, #9) und Staffel 17 (#8).

Der letzte Punkt ist besonders interessant, da die Geschichte City of Death zum großen Teil von Story Editor Douglas Adams geschrieben wurde, dafür das erste Mal im Ausland gefilmt wurde (in Paris) und damit die höchsten Einschaltquoten einer Doctor Who-Episode erzielt worden sind. Außerdem ist es laut Wikipedia die älteste Geschichte, bei der alle aufgeführten Mitglieder der Besetzung noch leben. Das mit den Einschaltquoten wurde begünstigt durch einen Streik beim einzigen Konkurrenzsender ITV, aber auch so ist die Geschichte ein Highlight.

Das Kostüm des Monsterbösewichts ist zwar wie immer schnell als unecht erkennbar, aber der spritzige Humor und die einmaligen Aufnahmen aus Paris machen das mehr als wett. Überhaupt hat die Geschichte alle Zutaten einer typischen Doctor Who-Geschichte, ist schlüssig, knackig und eignet sich sehr gut als Einstieg für Neulinge. Es gibt natürlich einiges an Verweisen und Hintergrundinformationen, aber die sind nicht zum Verständnis der Story nötig, sondern machen sie ebenso für eingefleischte Fans sehenswert.

[Edit]tobi erinnerte mich daran, dass es in der Folge einen Gastauftritt von einem Geburtstagskind gibt. Noch ein Grund, die Geschichte zu sehen![/Edit]

Die erste Geschichte von Douglas Adams, The Pirate Planet, kam bei der DWM-Umfrage nicht so gut weg und landete auf Platz 109, was ich nicht nachvollziehen kann. Aber vielleicht war es den meisten Zuschauern einfach zu albern, denn Herr Adams hat einige groteske und ungewöhnliche Details eingebaut und nicht jeder findet einen Roboter-Papagei als Gegenspieler zu K-9 genial komisch. Man beachte z.B. im folgenden Bild nicht nur den Papagei auf der Schulter des Kapitäns, sondern auch seine “Augenklappe”:

Kapitän des Pirate Planet

Kapitän des Pirate Planet

Wie oben schon angesprochen, änderte sich einiges in der letzten Tom Baker-Staffel und dafür war der Produzent John Nathan-Turner verantwortlich. Ihn und weitere wichtige Leute hinter den Kulissen wird es in einer weiteren Folge gehen. Allerdings noch nicht beim nächsten Mal bei Andreas.

Nachtrag: Link zum nächsten, fünften Beitrag

Thema: TV | Kommentare (7) | Autor: juliaL49

[Best of 2009] #3: Franz Ferdinand – Ulysses

Sonntag, 1. März 2009 23:40

Es wird mal wieder Zeit, sich dem musikalischem Jahr 2009 zu widmen.

Ich erzähle den meisten hier wahrscheinlich nichts neues, wenn ich erwähne, dass Franz Ferdinand ein neues Album namens “Tonight: Franz Ferdinand” veröffentlicht haben. Franz Ferdinand sind eine unglaublich großartige Band, aber auch dieses Detail muss ich wahrscheinlich niemandem unter die Nase binden. Die erste Single aus dem neuen Album heißt “Ulysses”, und ist ein extrem tanzbarer Ohrwurm. Ich weiß, auch nix neues. Gehört der Song zu dem bislang bestem, was das Jahr 2009 musikalisch zu bieten hat ? Klar!

Im Vergleich zu den Vorgängeralben “Franz Ferdinand” und “You could have it so much better“, ist das nun vorliegende Werk zwar keine Steigerung dessen, was schon erreicht wurde, aber wer Levelmäßig schon kurz vor dem Endgegner steht, entwickelt sich halt nicht mehr so rasant wie diejenigen, die noch die Steuerung erlernen müssen. :)

Für mich ist “Ulysses” ein ganz heißer Anwärter auf die Top 10 am Ende des Jahres, aber ich bin gespannt, ob ich bis dahin eines besseren belehrt werde. Let it rock:

Thema: Musik, [Best of 2009] | Kommentare (0) | Autor: LemonHead