Die Stadt Braunschweig verbietet Flashmobs

Ein neues Übel an der sich noch immer frei fühlenden und scheinbar zum Teil noch immer frei denkenden Gesellschaft scheint gefunden worden zu sein: Flashmobs.

So nun geschehen in Braunschweig: Ein gewisser Lord Dirk Schadt organisiert via StudiVZ Gruppe einen Flashmob, welcher ein kleines Picknick auf dem Schlossplatz beinhaltet. Offenbar eine jährlich stattfindende Veranstaltung, bei der es auch in den letzten Jahren zu keinerlei Unstimmigkeiten führte (Warum auch ?).

Dieses mal scheint das (bestimmt wichtige) Ordnungsamt der Stadt Braunschweig jedoch davon erfahren zu haben, und bläst die Sache einfach mal ab. Zitat:

Kürzlich erhielt ich Besuch von einem jungen Mann mit rosa Hemd, der sich mir als Mitarbeiter vom Ordnungsamt vorstellte. Er informierte mich, dass er erstens eine Moderatorin der Flashmob-Gruppe ausgefragt habe, wer denn der Gruppengründer sei, dass er zweitens meine Adresse detektivisch über studiVZ, myspace und die Subway herausgefunden habe (ein Blick ins Telefonbuch, wo ich unter Lord Dirk Schadt stehe hätte auch ge nügt) und dass ich drittens einen Termin mit Herrn Paschen vom Ordnungsamt, Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit – zentraler Ordnungsdienst habe. Später wurde ich auch darüber informiert, dass meine studiVZ-Flashmob-Gruppe gemeldet wurde. Bei den Wörtern ‚aushorchen’, ‚ausspitzeln’ und ‚melden’ musste ich irgendwie an eine Behörde aus einem ehemaligen Nachbarland der BRD denken … Shocked

Soso, diese kleinkriminelle Vereinigung Braunschweiger picknickwilliger Studenten gehört also mal richtig abgestraft.

Des weiteren gelten beim Stadtsheriff Ordnungsamtler Herrn Paschen nun offenbar folgende Regeln:

1) Jegliche öffentliche Flashmobs in Braunschweig sind illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.
2) Auch der World Freeze Day, über den die Braunschweiger Zeitung sehr freundlich berichtet hat, werde zukünftig vom Ordnungsamt verboten, sofern sie rechtzeitig davon erfahren. Sad
3) Der öffentliche Raum in Braunschweig dient ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b.

Ganz wichtig wird aber erst Punkt 4. Denn der eigentliche Organisator dieser Aktion möchte gerne mitteilen:

4) Ich habe die Aufgabe, öffentlich bekannt zu geben, dass am 8.8. von 16 bis 18 Uhr KEIN Picknick auf dem Schlossplatz stattfinden wird.

Also nochmals: Wenn ihr irgendwie aus der Gegend von Braunschweig kommen solltet, oder gar irgendwelche Vorlieben für Flashmobs haben: GEHT BLOS NICHT AM 8.8. VON 16 BIS 18 UHR ZUM SCHLOSSPLATZ IN BRAUNSCHWEIG UM DORT ZU PICKNICKEN. Ihr versteht schon.

Originalartikel

Was ist ein Flashmob ?

Huch, wie kommt denn dieses Video hier rein ?

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Autor: LemonHead
Datum: Samstag, 25. Juli 2009 11:28
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: "Politik", Alltag, Netzfundstücke, Weird stuff

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5 Kommentare

  1. 1

    Da kann der Staat es mal wieder nicht lassen, ein bisschen seine polizeiliche Gewalt zur Schau zu stellen, aber wir leben ja auch in einem freien demokratischen Land, oder so.

    http://www.youtube.com/watch?v=UPhgIAQSTno


  2. 2

    Oder so. Ganz genau! ^^

    Auf “Lieber Staat” hätt ich auch kommen können. Gute Wahl.


  3. 3

    Wäre ohne die Vorlage mit den Ärzten auch nicht auf Farin Urlaub gekommen :-D


  4. 4

    [...] Spaß: Ein Braunschweiger, der eine kleines Picknick auf dem Schloßplatz initiieren wollte, bekam Besuch von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Offenbar befürchtete man, nach den Erfahrungen mit der [...]


  5. 5

    Jaja, das kommt davon wenn in einer Stadt ein ehemaliges NPD-Mitglied als Oberbürgermeister gewählt wird. Saubere Polizeistaatmethodik!


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