Blogparade: Das perfekte Mixtape – Mixtape 57

Beetfreeq hatte mal wieder zu einer äußerst gut klingenden Blogparade aufgerufen. Das Thema: Ein möglichst perfektes Mixtape soll erstellt werden.
Da es in der modernen Internetkultur mit der Musik fast schon zu bequem geworden ist, sich mal eben gegenseitig Musik hin und her zu schieben, ist die hohe Kunst des Mixtapens (Achtung Unwort) so ziemlich eingeschlafen. Hin und wieder erstelle ich zwar noch speziell abgestimmte CD’s, aber die Mühe wie ich sie mir vor meiner ersten “Stereoanlage” gegeben habe um eine richtig perfekte Mischung auf Kassette zu bringen, habe auch ich mir (zugegeben) lange nicht mehr gemacht.
Zunächst einmal zu dem Thema des ganzen: Gerade in letzter Zeit ist mir beim Konsum verschiedenster Alben aufgefallen, dass ich besonders häufig bei Track 5 oder 7 auf den Player / die Playlist schaue, um zu ergründen was ich da gerade genau höre. Über den Grund bin ich mir noch immer nicht ganz im Klaren – Zufall ? Selbst wenn es Zufall sein sollte: Bei etwa durchschnittlich 12 Tracks, die sich auf einem Album befinden, befinden sich die Tracks 5 und 7 so ziemlich um die Mitte herum. Man ist mitten drin in dem Werk, welches der Künstler aufgenommen hat. Bis dahin hat man sich bei einem guten Album voll und ganz auf die Musik eingelassen. Und während man gerade dabei ist, alles einfach auf sich wirken zu lassen, kommt dieses eine Stück, welches einen so dermaßen guten Augenblick mit sich führt, dass man die gerade fortschweifende Konzentration mit einem Mal wieder voll und ganz auf diesen einen Titel forciert. Genau diesen Augenblick habe ich in sehr häufigen Fällen bei einem Track mit der Nummer 5 oder 7. Daher der zugegeben etwas mathematische Ansatz: Mixtape 57.
Die folgenden Songs sind also allesamt entweder ein fünfter, oder ein siebter Song auf einem sehr guten Album. Mein Versuch zielt dieses mal ausnahmslos darauf ab, diesen besonderen beschriebenen Moment durch ein ganzes Tape zu tragen. Bei der Auswahl der Musik bin ich bewusst ohne jedes Konzept an das Projekt herangegangen – was mir gerade in den Sinn kam, wurde in die Liste aufgenommen, und dann der Musik entsprechend beisortiert. Das vertretenden Genres lassen sich wohl letztlich auf Prog/Indie sowie teils Electro reduzieren. Ein ganz guter Querschnitt meines Musikgeschmacks.
Das Cover: Ich selbst bin leider nicht mit nötigem Talent gesegnet ein optisch ansprechendes Cover für ein solches Mixtape zu gestalten. Mein Dank geht daher ausdrücklich an (den hier schon mehrfach erwähnten) armageddon, der mir das ganze Ding am heutigen Abend “mal eben” fertiggestellt hat. Normalerweise zeichnet er ohne Grafiktablett ziemlich geniale Dinge in Paint – nun hat er sich erstmals an Gimp gewagt – noch immer ohne Grafiktablett soweit ich weiß. (Ich würde ihn ja auch hier verlinken, aber er ist noch immer nicht selbst im Netz vertreten. Kritik und/oder Lobpreisungen daher einfach hier in die Kommentare werfen. Er bekommts schon mit.)
Die Technik: Als technische Grundlage habe ich mich für die von beetfreeq vorgeschlagene Seite grooveshark.com entschieden, da es mir sehr einfach erschien, mein Vorhaben dort in die Tat umzusetzen.
Die Playlist:
01. Auf Der Maur – Taste You
Melissa Auf Der Maur war als Bassistin sowohl für Hole als auch für die Smashing Pumpkins aktiv. 2004 veröffentlichte sie das grandiose selbstbetitelte Album “Auf Der Maur”. Der Song “Taste You” war bereits beim erstmaligen Hören DER Aha-Effekt.
02. Interpol – Obstacle 2
Grandioser Song einer grandiosen Band. Wurde bereits 2002 auf dem ersten Album “Turn on the bright lights” veröffentlicht, und gefiel mir noch ein wenig besser als Obstacle 1, welcher aber dennoch ein sehr guter Song ist.
03. Parts & Labor – Prefix Free
Parts & Labor sind eine meiner Entdeckungen dieses Jahres. Das Album “Receivers” habe ich vielleicht schon etwas zu häufig gehört. Prefix Free verkörpert wie kaum ein anderer Song auf dem Album den Stil der Band – ruhig angehen lassen, schmackhaft machen um dann nach kurzer Ruhephase mit einem akustischen Gewitter auf einen Niederzuprasseln. Wer Noiserock mag, wird Parts & Labor lieben.
04. Bloc Party – One Month Off
Wer Bloc Party nicht mag, hat bei mir eh verloren. Gute Laune Track vom Album “Intimacy”. Punkt. Tipp: Besonders bekömmlich bei zu hoher Lautstärke in einem Auto, während man sich relativ schnell über eine leere Autobahn bewegt.
05. Pixies – Where Is My Mind ?
Ein Klassiker, den ich wahrscheinlich niemandem mehr näher bringen muss. Spätestens seit dem Ende von “Fight Club” einer DER Momente überhaupt wenn ich an Musik denke. *gänsehaut* (Und nicht ganz umsonst Lied Nr. 5 in dieser Zusammenstellung)
06. Garbage – Bleed Like Me
Ein wunderschönes Lied, welches von Shirley Mansons wunderschöner Stimme getragen wird. Der Song hat dem 2005er Album “Bleed like me” gar den Namen geliehen.
07. The Kooks – She Moves In Her Own Way
Entweder Song Nr. 5 oder Song Nr. 7 sind auch gerne mal der Platzhalter für die erste Single eines Albums. Diese besticht oft dadurch, dass sie sehr auf Pop zugeschnitten ist und im allgemeinen als Ohrwurm wahrgenommen wird. So auch hier. (Nein, ich veröffentliche diesen Titel nicht wirklich – bitte nicht verklagen.)
08. Arcade Fire – Black Wave / Bad Vibrations
Win Butler und Régine Chassagne sind nicht nur verheiratet, nein, sie wissen auch wie man verdammt gute Musik fabriziert. Wenn man als Kind solcher Eltern mitten in Kanada aufwächst und häufiger solche Momente erlebt wie ich beim Hören dieses Liedes – hach…
09. Ayreon – Ride The Comet
Arjen Lucassen (für mich auch “God of Prog”) ist ein begnadetet Musikproduzent. Seine Alben – soweit sie seinem Projekt “Ayreon” entstammen, unterliegen allesamt einem Konzept. Die Songs denkt er sich “mal eben” aus, und engagiert dementsprechend Musiker, die das dann so umsetzen wie er es gerne hätte. Nicht selten kommen Kunstwerke wie “Ride The Comet” dabei heraus.
10. The Beta Band – Out-Side
Wer sich selbst als Beta Band, seine Musik als “Folktronic” beschreibt, und so dermaßen energiegeladene Songs wie Out-Side raushaut, gehört einfach immer wieder erwähnt. Nach einer mittlerweile etwas längeren musikalischen Zusammenstellung wirkt dieser Song wie eine Tasse Kaffee auf mich.
11. Sleater-Kinney – Modern Girl
Sympathisches Frauentrio der Riot Grrrl Bewegung. Haben sich leider 2006 aufgelöst. Die Welt trauert – hat aber hoffentlich begriffen, dass Frauen gute Musik machen können. Höre ich immer wieder gern.
12. Radiohead – All I Need
All I Need gehört auf das fantastische Album “In Rainbows”, welches 2007 zum Preis von [PREIS HIER BITTE SELBER EINSETZEN] zu haben war. Radiohead sind auf dermaßen viele Art und Weisen revolutionär. Unglaublich.
13. Dredg – Sang Real
Zu Dredg fällt mir nicht viel ein. Dredg könnten auch “Alle meine Entchen” spielen – ich würde es als akustisches Bombardement verstehen.
14. Phoenix – Rome
Als ich diese Band erstmalig hören durfte, habe ich direkt gerufen: “Ich wette das sind Franzosen!”. Richtig gewettet. Französische Bands haben oft ein unglaubliches Gefühl für Melodien und “den Moment” um den es hier schließlich geht. Phoenix haben davon evtl. noch ein wenig mehr als viele andere.
15. Dresden Dolls – Delilah
Und die Zusammenstellung voller Momente schließt ab mit einem sehr emotionalen Song von den Dresden Dolls. Die Dresden Dolls kann man nicht beschreiben, man muss sie selbst erleben. Wer genau hinhört, wird merken was ich meine.
Das Mixtape:
Nach einer Spielzeit von einer Stunde und fünf Sekunden stoppt der virtuelle Kassettenrekorder und mit einem lauten *klack* wartet das Medium darauf, zurückgespult zu werden.
Wer Lust bekommen hat, ebenfalls an dieser Blogparade teilzunehmen, sollte sich besser beeilen, denn die Parade läuft nur noch bis zum 31. Juli und ist hier zu erreichen.
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei beetfreeq für die Inspiration zu diesem Tape bedanken. Das ein oder andere Tape wird wohl bald auch ohne Parade an dieser Stelle folgen – ich habe Spaß daran gefunden!
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Freitag, 31. Juli 2009 14:47
Exzellente Idee und nicht weniger exzellent umgesetzt! “One Month Off” ist mein Lieblingsstück von Intimacy, während bei den anderen Bands eher andere Songs diesen Platz einnehmen (Bsp: Pixies – Here Comes Your Man = 5. Song auf Doolittle, Beta Band – Human Being = 3. Song auf Hot Shots II (öhm), Radiohead – Fake Plastic Trees = 4. Song auf The Bends (öhm 2)). Tja klappt nicht immer…
Deswegen: sehr schönes Mixtape.
Freitag, 31. Juli 2009 19:24
Vielen dank, freut mich wenns gefällt!
Ich behaupte ja auch nicht, dass ich generell nur die Songs #5 und #7 gut finde. Es gab genügend Songs die es nur nicht geschafft haben, weil sie “falsch” auf ihrem Album positioniert waren. ^^
Für das Tape wollte ich halt ne klare Linie und war der Meinung, dass diese Songs ganz gut zusammen passen.
Samstag, 29. August 2009 16:53
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