Es reicht.

Bislang wollte ich hier ja über so einiges schreiben – aber eben NICHT über Politik.

Einige Dinge haben mich in den letzten Tagen aber dennoch zum Umdenken veranlasst. Spätestens seit dem Durchwinken des Netzsperrengesetzes (Stichwort: Stoppschild) haben “unsere” Volksvertreter bewiesen, dass diese mit den modernen Strukturen des Internets sowie dem Faktor der Vernetzung völlig überfordert zu sein scheinen.

Wieviel Bullshit darf man eigentlich durchbringen, wenn man es unter dem Deckmantel des Kinderschutzes präsentiert ? Die Bevölkerung wird fröhlich vor sich hin geblendet, dass alles okay sei, weil Kinderpornos ja so böse sind (sind sie ja auch). Aber was steckt dahinter ?

Im Grunde hat sich die Regierung damit Tür und Tor geöffnet, um in Zukunft willkürlich diverse Stoppschilder im Internet aufzustellen – nicht nur bei Seiten der Kinderpornoindustrie. Es fängt ja schon damit an, dass österreichische Gameshops (via Nerdcore) als nächstes auf der Liste stehen sollen.

Liebe gewählte Vertreter: Glaubt ihr wirklich, dass durch diese Sperren auch nur ein Kind weniger zu schaden kommt ? Interessant auch, wie mit “Kinderpornos” genau ein Thema aufgegriffen wurde, welches erstmal kein populäres Internetproblem ist, sondern (wie man so hört) eine große Verbreitung u.a über den normalen Postweg aufzuweisen hat. Um das Volk nicht gänzlich gegen sich aufzubringen (laut Grundgesetz findet ja keine Zensur statt), wird halt mal eben mit Phrasen um sich geworfen, gegen die man mit gesundem Menschenverstand ja nicht argumentieren darf.

Zu behaupten, Zensur würde misshandelten Kindern helfen, ist ungefähr so, als würde man das Hinrichten von Raubkopierern damit legitimieren, dass sonst kleine Babykätzchen sterben müssten. Dem Volk wird nur erklärt: “Schützt die Katzenbabies” und nicht “Wir übergehen das Grundgesetz”.

Wenn ihr Politiker etwas sinnvolles tun wollt, geht mal aus eurem Bundestag heraus auf die Straße, sucht Produzenten von Kinderpornografischen Inhalten auf und übergebt diese der Justiz (oder übt Selbstjustiz aus – mit dem Gesetz habt ihr es ja nicht so – ihr versteht schon), aber bitte bitte bitte versucht euch nicht mehr innerhalb der Politik einzumischen. Damit wäre jedem – vor allem den Kindern – sehr geholfen. Danke.

Wer sich ein Bild von dem ganzen machen möchte, kann sich beispielsweise das folgende Video ansehen. Moritz vom Sockenblog referiert recht anschaulich über den Unsinn des ganzen.

Des weiteren kann ich noch die “Unabhängigkeitserklärung des Internets von der deutschen Politik” (via Nerdcore) wärmstens empfehlen. Die Kritik am jetzigen Zustand muss im Internet an jeder Ecke präsent sein – zeigen wir mal, wozu das Internet fähig ist.

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Autor: LemonHead
Datum: Donnerstag, 25. Juni 2009 1:30
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4 Kommentare

  1. 1

    Volle Zustimmung von meiner Seite und vielen Dank für die Verlinkung ;-)


  2. 2

    btw: Hast du einen Trackback gesendet? Bei mir ist nämlich keiner angekommen.


  3. 3

    Sorry, hatte ich tatsächlich verschlampt. Habs jetzt nachbearbeitet, schau mal ob nun was angekommen ist.


  4. 4

    [...] Juni: “Zu behaupten, Zensur würde misshandelten Kindern helfen, ist ungefähr so, als würde man das Hinrichten von Raubkopierern damit legitimieren, dass sonst kleine Babykätzchen sterben müssten.” (aus: Es reicht.) [...]


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