Blogparade: Total verfilmt!

Als Neuling in Bloggershausen freut man sich doch immer wieder wenn man die Eigenarten eben dieser Szene kennenlernt!

Aktuell wühle ich mich durch die Anleitung “Wie starte ich ein Blog und mache es bekannt?” vom Software Guide um hier etwas Leben reinzubringen. Ich kann jedem Anfänger in der Szene eigentlich nur raten es mir gleichzutun (Wenn du das hier liest hat der Artikel wahrscheinlich schon was gebracht!). Dort gibt es einige nützliche Tipps auf die man im Normalfall erstmal nicht kommen würde.

Unter anderem wurde dort das Thama “Blog Parade” angepriesen, um andere Blogger und Leser auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem ich mir dieses Thema nun grob angeeignet habe, kann ich nur sagen: Genial! Kaum etwas könnte den Geist des ominösen Web 2.0 besser verkörpern als derartige Aktionen.

Über die zentrale Anlaufstelle für Blogparaden habe ich jedenfalls die Parade eines Bloggers namens beetFreeQ entdeckt. Er lässt fragen, wie wir zu Verfilmungen jeglicher Art stehen. Diese Thema finde ich persönlich super, da ich erst kürzlich mit jemandem darüber diskutiert habe, und so noch ganz frische Gedanken zu dem Thema habe. :-)

Blogparade: Total verfilmt.

Ein Beitrag von: mir!

klappe!Bei dem Wort “Verfilmung” denkt natürlich jeder erstmal an unzählige Hollywoodverfilmungen von mehr oder weniger guten literarischen Vorlagen. Das Klischee geht dahin, dass bei einer Ankündigung eines weiteren verfilmten Buches ein Großteil derer, die das entsprechende Buch einst gelesen haben (oftmals) berechtigte Angst bekommen, ob die Stimmung des Buches denn in einem Film von knapp 2 Stunden wiedergegeben werden kann.

Und genau an dieser Stelle beginnt meiner Meinung nach das ganze Chaos. Wie oft stand ich schon mit meinen Freunden und Bekannten nach dem Konsum einer Hollywoodverwurstung eines eigentlich ganz gelungenen Buches vor dem Kino, und habe mit ihnen darüber lamentiert, ob dieser Streifen denn nun wirklich den Namen des Buches tragen darf oder nicht ?

Das Anspruchsdenken ist ja schon ganz unterschiedlich. Ich zum Beispiel bin nicht der Meinung, jemals eine gute Verfilmung gesehen zu haben. Denn einen Roman auf die Filmleinwand zu bringen, halte ich eigentlich für unmöglich. Aus diesen genannten Gründen, gehe ich aber eben schon mit einem anderen Anspruchsdenken in ein Kino. Meine Erwartung geht einfach nie so weit, dass ich eine exakte Nacherzählung des Buches konsumieren möchte, sondern mich interessiert wie die jeweiligen Drehbuchautoren mit der Grundidee des Buches umgehen, ob sie eigene Vorstellungen einfließen lassen, oder ob sie das Buch einfach in das Schema “Hollywood” pressen.

Als Beispiel ziehe ich beispielsweise immer wieder gern den Herrn der Ringe heran. Vom Bekanntheitsgrad und der Qualität her sicherlich eine der besten Verfilmungen aller Zeiten. Die Bücher hatte ich seinerzeit schon einige Jahre vor dem ersten Film gelesen, und nachdem ich irgendwann mal alle drei Filme dazu gesehen hatte, war ich zunächst auch etwas enttäuscht. Durfte ein Film ohne Tom Bombadil überhaupt den Namen “Herr der Ringe” tragen ?

Inzwischen kann ich sagen: “Klar, warum nicht ?” Den Drehbuchautoren war der Charakter eben nicht wichtig genug, um die Geschichte erzählen zu können. Damit kann und muss ich leben. Dennoch ist die Trilogie sehr gut geworden, und ich fühle mich von dem Filmen genau genommen doch sehr gut unterhalten.

Ein Beispiel aus anderer Perspektive wären dann wohl die Verfilmungen zu Sergei Lukjanenkos Wächter Romanen. Zum ersten Film Wächter der Nacht hatte ich einst lediglich einen Trailer gesehen, und bin ohne jedes Vorwissen ins Kino gegangen, um erst dort mehr zu erfahren. Der Film war extrem unterhaltsam – kann ich nicht anders sagen. Aber dennoch hat da irgendwas nicht so ganz gestimmt. Man hat förmlich gespürt, dass die Story so irgendwie einige Lücken hat und irgendwie versucht wurde, zuviele Informationen in zu wenig Zeit zu verpacken. Kurz: Das roch nach Literaturverfilmung!

Einige Monate später kamen dann tatsächlich nach und nach die deutschen Bücher dazu auf den Markt. Diese habe ich dann auch in (für meine Verhältnisse) kurzer Zeit verschlungen. Anschließend wurde der Film auch im nachhinein sehr viel logischer, dennoch war ich der Meinung, es wäre für breite Publikum sinnvoller gewesen, die Geschichte wie im Buch beschrieben zu erzählen, anstatt das Rad neu zu erfinden. Der zweite Teil “Wächter des Tages” hat auch nur noch sporadisch etwas mit dem dazugehörigen Buch zu tun.

Auch hier lässt sich aber abschließend sagen: Beide Filme haben mich sehr gut unterhalten.

Genau genommen gibt es nur sehr wenige Filme, die mich gar nicht unterhalten haben. Meine Vermutung geht wirklich dahin, dass man sich auf den Film einlassen muss, ganz egal worum es geht. Immerhin hat ein Regisseur für sich ebenfalls den Anspruch, künstlerisch zu sein.

Wie fühlt sich denn zum Beispiel ein Drehbuchautor, nachdem dessen Entwurf um die Ideen des Regisseurs angereichert auf die Leinwand gebracht wird ? Genau genommen liegt auch dort eine Verfilmung vor, allerdings wundert sich in diesem Fall nicht das breite Publikum, sonder vielleicht nur der Autor, da dessen Stimmungen nicht 1:1 übernommen wurden.

Ein relativ neues Genre ist ja zum Beispiel das verfilmen von Computerspielen. Dieses Genre wird zusätzlich vom viel kritisierten Regisseur Uwe Boll nahezu für sich gepachtet. Gut, unglaublichen Tiefgang braucht man in diesen Filmen nun wirklich nicht erst zu suchen. Aber verdammt nochmal, diese Filme sind allesamt unterhaltsam. Während ich z.B. Postal gesehen habe, habe ich soviel gelacht wie lange nicht mehr. Umso wichtiger ist es, sich ohne Anspruch auf den Film einzulassen. Wer den Film gesehen hat, wird wissen was ich meine. :)

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass Hollywood vielleicht davon weggehen sollte annähernd alles zu verfilmen, und wieder mit innovativen eigenen Ideen punktet. Dann gibt es auch nicht mehr soviel zu kritisieren. Es geht doch letzlich nur ums unterhalten, oder nicht ? Eine Welt in der z.B. auch noch der Duden oder die verschiedenen Langenscheidt-Fremdsprachenbücher verfilmt werden, wäre dann doch zuviel…

Sollte nun jemand auf die Idee kommen, sich ebenfalls zu diesem Thema äußern zu wollen, so macht doch einfach bei der Blogparade mit. Der Einstiegsartikel befindet sich hier.

Einsendeschluss ist der Tag der Oscarverleihung: der 22.02.2009.

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Autor: LemonHead
Datum: Mittwoch, 28. Januar 2009 19:36
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Blogparade, Film

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3 Kommentare

  1. 1

    Danke für deine Teilnahme. Interessante Einstellung. Ich denke auch, dass man Film und Vorlage soweit trennen soll, dass man nicht in Versuchung kommt, im Film exakt das zu erwarten, was man gelesen hat. Dann kann man auch mit beidem Spaß haben!


  2. 2

    Freut mich das dir der Artikel weiterhilft. Hab den recht planlos runtergeschrieben und alles, was mir so in den Sinn kam versucht einzubinden. Wie schon bei dir geschrieben, bin ich sehr neugierig auf die Auswertung!


  3. 3

    [...] Sichtweise interessant und lesenswert sind zeigen weitere Meinungen wie die von Robert, Konna, LemonHead und Judith. Grüße [...]


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