Projekt Hörsturz – Runde 12
Ein neues Jahr ist angebrochen und nachdem die meisten die Weihnachtsfeiertage, Jahreswechsel und eventuellen Extraurlaub überstanden haben geht es nach der um eine Woche verlängerten 11. Runde erstmals in diesem Jahr weiter mit der 12. Auflage im Projekt Hörsturz.
In der letzten Runde hat mein Vorschlag von den Messer Chups im Schnitt eine leicht überdurchschnittliche Bewertung von 2,658 Punkten erhalten – das war mehr als ich gedacht hätte!
An den Regeln oder meiner Vorgehensweise hat sich sonst aber nichts weiter geändert. Hier meine Bewertungskriterien: Bei einer Bewertungsskala von 0-5 Punkten werde ich grob folgende Hintergedanken haben: 0 – Hat den Begriff “Musik” nicht verdient, 0,5 – gehört verboten 1 – Was. Soll. Das ? 1,5 – Gar nicht mein Fall, 2 – Verstehe was andere daran finden, aber nicht mein Ding, 2,5 – absolut durchschnittlicher Radiosong, 3 – Gefällt mir ganz gut, 3,5 – Gut, 4 – Gefällt mir richtig gut, 4,5 – Fast perfekt, 5 – Lieblingssong. Musikvideos schaue ich mir ganz bewusst nicht an um nur die Musik zu bewerten.
#1 Major Parkinson – 197 (von beam)
Wow! Ein äußerst verheißungsvoller Anfang! Macht Krach, ist vielseitig und irgendwie auch total abgedreht. So richtig weiß ich das grad gar nicht zu vergleichen. Dieser Song klingt tatsächlich mal individuell für mich! Die Stimme (Stimmen ?) des/der Sänger sind mehr als angenehm. Frau beam und Herr beetFreeQ scheinen gut zueinander zu passen – die Vorschläge aus deren Ecke lassen ein gewisses Muster erkennen: Sie wollen uns einem musikalischen Zombie Outbreak gleich mit richtig guter Musik infizieren. Bitte haltet sie nicht auf! 5 Punkte!
#2 WhoMadeWho – Keep me in my plane (von Kamil)
WhoMadeWho meine ich schonmal irgendwo mitbekommen zu haben. Bekomme die Gedanken dazu aber grad nicht ganz geordnet. Bei den allerersten Tönen dachte ich: “Knight Rider Theme!” Bei dem, was danach so kommt ist diese Assoziation aber wieder hinfällig. Oder doch nicht ? Eigentlich ist das recht solider Elektropop oder Indietronic oder was weiß ich, aber zwischendurch triggert die Musik immer wieder Michael Knight oder auch Panjabi MC. Bis auf diese Songfremden Gedanken setzt der Song leider nur wenige Reize. Könnte mit 2,5 Punkten in einer beliebigen sogenannten “Chillout Lounge” laufen – leider aber nicht bei mir in der Dauerrotation.
#3 Janus – Anita spielt Cello (von Konna)
Konna darf dann auch mal wieder. Nach Volbeat (Gratulation zur Chartseroberung!) ist vor “Janus” ?! Der Titel irritiert mich ein wenig, aber ich höre mal rein. Hm, ist es das, was man aktuell in der Gothic Szene hört ? Wirkt sehr Melancholisch und eine gelungene Melodie suche ich vergebens, da diese einer gelungeneren Lyrik gewichen zu sein scheint. Alles in allem düster und nichts für zwischendurch. Scheint ja gar nicht mal schlecht zu sein, aber der Song trifft gerade nicht unbedingt meine Stimmung und ich glaube auch nicht das er das in naher Zukunft schaffen könnte. 2 Punkte!
#4 Runrig – Hearts Of Olden Glory (von Stoffel)
Auch den Begriff “Runrig” meine ich irgendwo schon einmal aufgeschnappt zu haben. Nur wo ? Beim allerersten Ton zucke ich zusammen und denke an Boney M. Anschließend setzt der Gesang ein und es wird etwas Pathos erzeugt. Scotland ? Julia wird sich freuen! Insgesamt klingt das Stück nach einem Metalsong ohne Metal. Umgehauen hat es mich jetzt nicht. Nochmals vergebe ich 2 Punkte.
#5 Vic Chesnutt – Yesterday, tomorrow and today (von Postpunk)
Habe ich auch noch nie gehört. 1:0 für Sie, werter Herr Postpunk! Nettes Intro. Wieder fehlt mir ein wenig das Tempo. Dafür überzeugt mich die Qualität des Songs umso mehr. Es wird in einem ordentlichen akustischen Rahmen gezupft, gestrichen und (angenehm) gesungen was das Zeug hält. Doch doch – das gefällt mir! 4 Punkte!
Erste Hochrechnungen bestätigen mir einen Schnitt von 3,1 Punkten. Nachdem sich die letzten Runden immer mehr überschlagen hatten, ist diese im Schnitt doch eher gemächlich. Dies zeigen auch meine internen Charts:
- Runde 9 – 4,2 *Geburtstagssonderrunde*
- Runde 11 – 3,9
- Runde 8 – 3,7
- Runde 7 – 3,4
- Runde 3 – 3,2
- Runde 6 – 3,2
- Runde 4 – 3,1
- Runde 12 – 3,1
- Runde 2 – 2,9
- Runde 10 – 2,9 *Weihnachtssonderrunde*
- Runde 5 – 2,7
Vorschlag für die nächste Runde:
Mein aktueller Ohrwurm: Le Tigre – Deceptacon
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Donnerstag, 14. Januar 2010 13:13
Das ist mal wieder eine sehr unterschiedlich bewertete Runde!
Wenn du die Videos angesehen hättest, hättest du ein bisschen mehr Hintergrundinfos bekommen: der Song von Janus handelt vom Mädchenorchester Auschwitz und der Interpret des letzten Songs hat an Weihnachten Selbstmord begangen. Oder wusstest du das alles schon und wolltest uns Lesern bloß nicht die Überraschung verderben?
PS: Runrig mögen zwar schottisch klingen, aber das muss ja noch nichts heißen
Die Bay City Rollers kommen ja auch aus Edinburgh.
Donnerstag, 14. Januar 2010 13:43
Habe mir die Videos mittlerweile angesehen und bei den beiden von dir angesprochenen handelt es sich doch eh um Standbilder ?!
Auch die Informationen direkt bei Youtube geben diese Informationen nicht preis. Wenn ich einen Song vorher nicht kenne kann ich natürlich nicht viel mehr beschreiben als meinen Ersteindruck beim Hören.
Das Recht vorher nicht großartig zu recherchieren nehme ich mir innerhalb dieses Projektes einfach raus.
Ich lese auch anderer Leute Meinungen und Rezensionen erst nachdem ich mit meiner fertig bin – ich mag es gern unbeeinflusst.
Donnerstag, 14. Januar 2010 14:21
Hmmm, ein Metalsong ohne Metal? Interessante Umschreibung. Ich habe den Runrig Song zwar schon gefühlte 10000 mal gehört, aber noch nie unter diesem Aspekt!
Und, äääh ja, ich denke auch nicht, daß man unbedingt alles recherchieren muss. Wenn Zeit da ist schon, aber es sollte auch gestattet sein, ohne Recherche zu bewerten.
Donnerstag, 14. Januar 2010 14:56
@Postpunk:
Die Zeile “There must be a place under the sun” könnte ich mir auch gut mit Speeddrums und verzerrten Gitarren vorstellen. Habe den Song aber auch erstmalig gehört – möchte niemandem zu nahe treten.
Das mit der Recherche ist auch so eine Frage des eigenen Schemas: Ich bin froh alle 2 Wochen 5 Songs vorgeschlagen zu bekommen – eine gute Möglichkeit für mich neue Musik kennenzulernen.
Bei unbekannter Musik kann ich ohne Recherche nicht viel über diese Musik schreiben. Was ich aber schreiben kann, ist wie sich ein Stück für mich anfühlt.
Wenn mir ein Song dann gefällt und ich den gut bewertet habe, hole ich mir auch meine Hintergrundinformationen und kann auf diesem Wissen aufbauen und bei bedarf eine Einzelkritik schreiben.
Beim Hörsturz beschäftige ich mich einzig und allein akustisch mit den Vorschlägen – das ist mein Schema.
Donnerstag, 14. Januar 2010 16:49
Ich recherchiere auch nicht extra, aber ich lese mir schon die Hörsturz-Beiträge der anderen durch, wenn sie im Feedreader auftauchen. Von daher wusste ich das.
Donnerstag, 14. Januar 2010 18:19
@LemonHead: Wir sind Brüder – äh Geschwister im Geiste. Auch mich erinnerte WhoMadeWho an Knight Rider. Ich dachte schon ich wäre mit dieser Assoziation allein.
Ich versuche eigentlich auch immer unbeeinflusst meine Beiträge zu verfassen. Das gelingt mir nicht immer.
Ansonsten sind unsere Bewertungen sehr ähnlich, obwohl ich mit meiner Punktvergabe bei einem Durchschnitt von 2,625 Punkten nicht sehr spendabel war.
Donnerstag, 14. Januar 2010 22:35
@julia: Also ist der einzige Unterschied, dass ich mir die Hörsturzbeiträge aufhebe bis ich selbst bewertet habe.
Das der Kontext bei “Janus” eher heftig ist war mir auch ohne detailiertes Vorwissen klar. Dagegen ist ja auch gar nichts einzuwenden. Lediglich die Art und Weise der Präsentation ist nichts was mich musikalisch anspricht.
Das Vic Chesnutt den Freitod gewählt hatte, habe ich sogar gelesen. Der Name allein hat mich aber nicht an diese Geschichte erinnert.
Auf deine Bewertung des Runrig Songs bin ich dennoch mal gespannt. ^^
@Dany: Schwester!
Nein nein, Knight Rider war wirklich das erste was mir in den Sinn kam! 
Mein Punkteschnitt ist irgendwie immer überdurchschnittlich – ich glaube ich muss etwas härter kritisieren. Aber was soll man machen ? Ich finde so unglaublich viele Richtungen interessant..
Samstag, 23. Januar 2010 19:32
[...] LemonHead [...]