Blogparade: Die drei besten Alben der 00er

Sascha hatte aufgerufen, die besten Alben der 00er Jahre zu benennen. Bevor er aber mit richtig großen Listen bombadiert wird, war er so fies die Anzahl der Nennungen auf läppische 3 Alben zu beschränken.

Da die Parade nur noch bis einschließlich heute läuft wird es auch für mich Zeit, an dieser komplizierten Fragestellung herumzutüfteln.

Wie nähert man sich diesem Thema ? Lange (und ich meine wirklich lange) habe ich darüber nachgedacht wie ich diesem Thema gerecht werden kann. Sollten es einfach die subjektiv besten Alben sein ? Oder doch die gleichzeitig bedeutsamsten Alben die allein schon rein kulturell genannt werden müssen ? Wie erhalte ich am Ende 3 Alben, wenn ich allein pro Jahr mehrere unverzichtbare Highlights aufzählen könnte ?

Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, die ganze Dekade zu dritteln. Nachfolgend präsentiere ich je ein Album aus den frühen 00ern, aus der Zeit mittendrin und aus der aktuellen Zeit direkt vor den 10ern.

The early years:

Jaw – No Blue Peril (2000)

Das neue Jahr, Jahrzehnt, Jahrhundert und Jahrtausend hatte gerade erst angefangen, da hatte ich plötzlich einen ersten Kontakt mit diesem musikalischen Projekt namens “Jaw”. Ich war gerade zarte 16 Jahre alt und dieses Album hatte etwas mystisches. Während mein Musikgeschmack von einem Extrem ins nächste schwankte, blieb diese Platte als eine der wenigen irgendwie immer als konstanter Nenner aller musikalischer Experimente. Leider blieb dieses das einzige Album dieser Formation, welche sich danach schon wieder auflöste. Was mir blieb war ein Album ohne Mängel, ein Sänger namens Pascal Finkenauer (der als Solokünstler oder in Projekten wie “The Black Cherries” oder als Gastsänger bei Fettes Brot noch anderwertig zu hören war), und das Gefühl, DEN Sound des neuen Jahrzehnts gefunden zu haben.

Mittendrin statt nur dabei:

Green Day – American Idiot (2004)

Eine Band die ich schon in den 90ern mehr als oft gehört hatte war plötzlich wieder da, die Menschheit erholte sich langsam von 2001 und es war modern, gegen George der aus dem texanischen Dschungel kam zu sein. Green Day haben es mit einem bemerkenswerten Album geschafft sich auf lange sicht in die Gehörgänge einer ganzen Generation zu katapultieren. Man sagt ja, im leben einer Band gibt es einmal diese eine Sternstunde, in der man DAS perfekte Album produziert. Green Day haben es mit diesem Album eindeutig geschafft! Angeblich sollte dieses Album auch mal verfilmt werden – das riecht nach Musikgeschichte!

Nach den 00ern ist vor dern 10ern:

Battles – Mirrored (2007)

Ganze sieben Jahre nach dem zuvor vorgeschlagenen “No Blue Peril” von Jaw hatte es gedauert bis ich wieder dieses Gefühl hatte, eine ganz neue Musik für mich entdeckt zu haben. Gelungen ist dies der nicht ganz einfach zugänglichen Band “Battles”, welche es mit dem großartigen Album “Mirrored” schafften, fast sämtlichen anderen Songs auf dieser Welt einen Tritt in den Hintern zu geben und mit frischen eigenen Ideen wirklich “neu” zu klingen. Man hat das Gefühl, jedes Verständnis von klassischer Harmonielehre ist nun komplett über Bord gegangen und eine Band namens “Battles” kommt mal eben daher und revolutioniert das Grundverständnis von Musik mal eben im vorbeigehen. Keine Ahnung ob dies der Sound ist, der sich im nächsten Jahrzehnt wiederfindet – vielleicht lache ich mich in 10 Jahren rückblickend selbst aus, aber wer ist seiner Zeit schon wirklich voraus ? Momentan finde ich diese Musik einfach auch sehr angenehm!

Ob das jetzt meine 3 Lieblingsalben des Jahrzehnts sind oder nicht, weiß ich selber nicht so genau. Wahrscheinlich würde ich schon morgen bei einer ähnlichen Aufgabenstellung eine andere Liste präsentieren.

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Autor: LemonHead
Datum: Sonntag, 20. Dezember 2009 18:03
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6 Kommentare

  1. 1

    Bei Green Day bin ich seit deren Comeback immer hin und her gerissen. “Dookie” war eines meiner Alben der 90er, aber irgendwie stelle ich bei Green Day keine Weiterentwicklung fest. Immer die gleichen drei Akkorde und die Melodie nur wenigen Noten differenziert. Allerdings war “American Idiot” ein sehr politisches Album mit dem ich sehr einverstanden war, weswegen ich von der Vielseitigkeit mal Abstand nehme.


  2. 2

    Oha, “Jaw” kenne ich ja sogar auch! Sind mir aber nachdem ich das Album auf gut Glück gekauft und einige Male gehört hatte, irgendwie nicht mehr oft in die Finger geraten. Aber ne nette Erinnerung an die alte Zeit. ;)

    Green Day waren jetzt noch nie so ganz mein Ding, das Battles-Album ist aber wirklich eins der ganz großen.


  3. 3

    Hehe, American Idiot war kurzzeitig auch in meiner Vorauswahl :)

    Jaw kenne ich (noch) nicht, aber die Battles wollte ich mir schon länger mal zur Gemüte führen.


  4. 4

    @Dany:
    Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Vielleicht steht das neue Album zum Beispiel auch noch zu sehr im Schatten des von American Idiot, aber so richtig zündet das bei mir auch nicht. American Idiot ging 2004 aber auch so richtig ab und hat sich einen gewissen Stellenwert erarbeitet.
    Gerade zu dieser Zeit hat sich dieser Sound meiner Meinung nach auch als Protestmusik gegen viele Entscheidungen der jeweiligen Regierungen etabliert. Daher ist es für mich logisch die Scheibe mit aufzunehmen.

    @beetFreeQ:
    Na das du Jaw kennst hätt ich mir ja irgendwie denken können! :D Dieses Album hör ich mir auch heute noch hin und wieder an – irgendwie hat es was!

    @juliaL49:
    Mich würde mal interessieren wie du Jaw bzw. Battles bewertest. Kann ich nach studium deiner Hörgewohnheiten grad nicht ganz einschätzen. ;)


  5. 5

    Sodele. Also die Battles sind mir zu rumpelig und knarzig, wie man so schön sagt und Gesang gehört für mich ebenso dazu. Jaw sagt mir etwas mehr zu, aber auch hier gibt es zu viele knarzige und hiphoppige Elemente, als dass ich mich damit anfreunden könnte.


  6. 6

    [...] Mein Präsident kürte folgendes: [...]


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