Die nächsten zwei Wochen im Projekt Hörsturz stehen ganz unter dem Motto Coverversionen. Dieses Thema ist unter den Teilnehmern derart beliebt, dass es bereits zum zweiten Mal als Motto für eine Sonderrunde herhält.
An dieses Thema gehe ich mit einer besonderen Vorsicht heran. Was ist der perfekte Coversong?
Ich stelle da recht hohe Anforderungen. Einen Song zu covern erfordert viel Mut, denn Liebhaber einer bestimmten Originalversion mögen es zunächst einmal nicht sonderlich, wenn an diesem Werk herumgebastelt wird.
Die Herausforderung besteht meiner Meinung nach darin, dem Original den gebührenden Respekt entgegenzubringen, dem Titel eine eigene Note zu verpassen und dabei aber den Song nicht so sehr zu verändern, dass man hinterher gar nicht mehr erkennt, welcher Titel da eigentlich gecovert wurde.
Dann will ich mal schauen, welche Songs so vorgeschlagen wurden..
Pflichtsongs
Biffy Clyro – Killing in the name of
Mit Biffy Clyro hat David bei mir schon praktisch gewonnen. Killing in the name of wurde derart liebevoll neu interpretiert, dass man einfach nur den Hut ziehen mag. 9 Punkte! (von David)
Tindersticks – Kathleen
Kenne ich nicht. Nicht mal das Original. Oder es ist derart verfremdet, dass es mir nicht auffällt. Daher schwierig zu bewerten. Ein Hauch von Nick Cave weht durch meine Kopfhörer. Daher nicht verkehrt. 6 Punkte! (von Michael)
Urlaub in Polen – D.T.W.I.L. (Melissa Etheridge Cover (sort of))
Sowohl Urlaub in Polen als auch Melissa Etheridge habe ich bislang maximal am Rande verfolgt. So stellte ich mich auf völlig neue Klänge ein. Aber Fabian schlägt natürlich nur ausgewählte awesomeness vor, sodass ich den Titel sehr wohl kenne. Fraglich bleibt gerade nur woher eigentlich. Diese Version klingt super. Erinnert sogar ein wenig an die Pixies. Love it. 9 Punkte! (von Fabian)
Lightspeed Champion – Devil in Disguise
Lightspeed Champion. Auch bekannt als eine weitere Kombo, von der ich noch nichts hörte. Ein Elvis Cover also. Aha. Mit Elvis kann ich nur bedingt etwas anfangen, aber das Original ist glücklicherweise bekannt. Dieses Cover könnte auch von Dick Brave stammen und hat diesen leichten Einschlag von Country, auf den ich nicht so sehr stehe. Dafür mag ich die early Rock’n'Roll Attitüde. Schwierig. 6 Punkte! (von JuliaL49)
Bat for Lashes – Use Somebody (Kings of Leon Cover)
Fun Fact: Diesen Titel wollte ich zunächst auch für diese Runde vorschlagen. Dachte mir dann aber: “Ach, das wird schon wer anderes machen.” Also: Danke, Dr. Borstel! Ich mag Bat for Lashes, ich mag die Kings of Leon und ich mag diesen Song. In beiden Versionen! 10 Punkte! (von Dr. Borstel)
The Polyphonic Spree – Lithium
Mein Vorschlag. Direkt wieder in den Pflichtsongs. Schön! Original wie Cover sind einfach nur über jede Kritik erhaben. So! 10 Punkte für den Song. -1 weil man Nirvana eigentlich nicht covern darf und -1 weil ich mir selbst nicht immer so hohe Wertungen geben mag. 8 Punkte! (von LemonHead)
Takaishi Tomoya – The Times they are a-changin’
DAS! Das ist doch… was ist das noch gleich? Bob Dylan auf japanisch? *nachguck* Ja, Bob Dylan hat das auch gesungen. Obs das Original war, weiß ich grad nicht. Ein Cover auf einer ganz anderen Sprache ist auch mal interessant. Habe aber nach wie vor Probleme mit Sprachen, die ich nicht verstehe. Dennoch 7 Punkte! (von maloney8032)
Roger Taylor – Masters of War
Als Schlagzeugbesessener weise ich zunächst darauf hin, dass der gute Roger Taylor Drummer bei einer bescheidenen kleinen britischen Band namens Queen war. Und der Song? War da nicht auch was mit Bob Dylan? Warum muss ich heute immer spicken, wenn es um ihn geht. Scheint aber zu passen. Der Song flasht mich nur leider nicht. 5 Punkte! (von cimddwc)
Die anarchistische Abendunterhaltung – Of R*d*h*d (2+2=5)
Auf die Idee, einen solchen Song zu covern muss man erst mal kommen. Aber wer mit Bandnamen wie Die anarchistische Abendunterhaltung darf man das wohl ungestraft. Musikalisch haut mich das zwar nicht vom Hocker. Mir fehlt auch der Gesang. Aber ich mag den kreativen Moment. 6 Punkte! (von beetFreeQ)
Aereogramme – Thriller (Original: Michael Jackson)
Die kleinen Verrücktheiten nehmen auch zum Abschluss der Pflichtsongs nicht ab. Das ist mal krass. Kannte ich noch gar nicht. So schafft es Michael Jackson auch noch posthum in den Soundtrack eines traurigen Disneyfilms. Ähnlich wie bei den anarchistischen Abendunterhaltern: 6 Punkte! (von Kristin)
Bonussongs
José González – Heartbeats
Oh ja! Ich liebe diesen Song und dieses Werbevideo mit den vielen vielen bunten Flummis. Hach. <3 Ich wusste nur nicht, dass es ein Cover ist. Da muss ich wohl etwas nachholen. 10 Punkte! (von Freddi)
System of a Down – The Metro
Und wieder: Das ist ein Coversong? Ich schäme mich. 8 Punkte! (von Tenza)
You Me At Six – Pokerface
Ich bin verwirrt. Meine Theorie ist ja, dass man jeden schlechten Song mit etwas mehr Rock und Schmackes aufpeppen kann. Das klappt aber selbst bei Pokerface nur bedingt. Auf ner Party würde ich diese Version aber lieber hören als das Original. 5 Punkte! (von Konzertheld)
Das war es auch schon wieder. Da in der nächsten Runde eine ganz gewöhnliche Runde ansteht, schüttel ich meinen nächsten Vorschlag mal wieder aus dem Handgelenk. Ich nominiere Deastro mit dem vielleicht längsten Songtitel aller Zeiten: Daniel Johnston was stabbed in the heart with the moondagger by the king of darkness and his ghost is writing this song as a warning to all of us. Wissta bescheid,ne?
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29. Juli 2011 um 01:50 Uhr
Ach, von Nirvana ist Lithium, drum hörte ich das schonmal. Und der Songtitel deines Vorschlags… oah
Gut dass die meisten heutzutage Breitbildschirme haben.
29. Juli 2011 um 20:14 Uhr
Nirvana hat man dann doch schon mal gehört, hm?
Und zu dem Vorschlag: Einen längeren Titel konnte ich auf Anhieb nicht finden.
5. August 2011 um 09:52 Uhr
ich finde time after time von eva cassidy als cover viel gelungener als das original von cindy lauper
6. Oktober 2011 um 10:54 Uhr
Meiner Meinung nach ist “Both Sides Now” von Joni Mitchell eine ebenso Wahnsinnsversion wie das Original von Judy Collins aus den 60ern. Beide spiegeln das Lied in einer unbeschreiblichen Form individuell, aber doch gleichermaßen wieder. Beeindruckende Damen!