Udo vom alltäglichen Wahnsinn fragt noch bis zum 4. September, welche Filme uns in Erinnerung geblieben sind (in positiver wie in negativer Hinsicht). Zunächst habe ich nicht gewusst, wie ich mich dem Thema annähern soll – mittlerweile kenne ich ja den einen oder anderen Film, wo ziehe ich da die Grenze ?
Dann aber hab ich mir gedacht: “Hey, Zettel, Stift, fünf Minuten zeit, Brainstorming.” Letztendlich schien mir die Methode am sinnvollsten zu sein, denn ich habe versucht mich möglichst chronologisch durch mein Leben zu wühlen und jeden Film, an den ich dabei denken muss aufzuschreiben. Entstanden ist dadurch folgende Liste:
Kindheit
Elliot, das Schmunzelmonster (1977)
Mit Sicherheit einer der ersten Filme, die ich jemals gesehen habe. Dank unschlagbarer VHS Technologie gehörte es in meiner Kindheit eine Zeit lang zu meinem gewohnten Tagesablauf, diesen Film mindestens einmal täglich zu sehen. Sehr zur Freude meiner Eltern.
Das letzte Einhorn (1982)
Ein Film, den ich des öfteren geschaut habe, wenn ich bei meiner Tante zu besuch war. Wenn ich mich recht entsinne, war das der einzige kindertaugliche Film den sie hatte – bis sie irgendwann selbst Kinder bekam. Immer wenn ich das letzte Einhorn sah, war ich vollkommen in dieser Fantasywelt gefangen. Es gibt glaube ich auch ein Foto, wie ich in jungen Jahren vor diesem Film hocke, und mit weit geöffnetem “WTF?!-Mund” sehr abwesend schaue. Wenn ich mir die letzten beiden Filme so anschaue weiß ich, wie ich zum Dungeons & Dragons Spieler geworden bin.
Feivel, der Mauswanderer (1987)
Ein weiterer Film aus der Hardcore-Trickfilm-Phase, den ich gefühlte 1000 mal gesehen habe. Vor allem die katzenfeindliche Grundhaltung hat mir als Xtreme Katzenallergiker schon immer sehr zugesagt. Das Amerika doch nicht immer ganz so toll ist, musste ich dagegen erst später erfahren.
Teenage Mutant Ninja Turtles (1990)
Der aller aller erste Film, den ich im Kino gesehen habe. Als kleiner Junge hatte ich eh sämtliche Actionfiguren und war begeisterter Fan der Serie. Meine Eltern wurden – nachdem ich von dem Kinofilm gehört hatte – tagtäglich bekniet und angebettelt, bis sie nachgaben und mich diesen (für mich heute noch) Kultfilm sehen zu lassen. Die Kinokarte habe ich noch immer irgendwo rumfliegen (Auch von den folgenden Teilen).
Hook (1991)
Ich LIEBE Peter Pan, ich LIEBE Robin Williams, ich LIEBE diesen Film, aber als Kind hatte ich eine scheiß Angst vor Dustin Hoffman alias Hook. Trotzdem habe ich auch diesen Film immer und immer wieder gesehen. Ach ja: Ich LIEBE Piraten! Arrrr…. (zu dieser Zeit habe ich auch Monkey Island irgendwann erstmalig gespielt, aber das ist ein ganz anderes Thema).
Jugend
Jurassic Park (1993)
Ich glaube, dieser Film hat bei annähernd jedem Jungen, der um die 10 Jahre alt war, für einen absoluten Saurier-Hype gesorgt. Ich musste alles haben, was irgendwie mit Dinosauriern zu tun hatte. ALLES!
Jumanji (1995)
Eine Storyline, die heute wahrscheinlich niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken wird. Damals hatte ich aber genau das richtige Alter für die trashig angehauchte Story um ein Brettspiel mit ultrarealistischen Konsequenzen. “Haha! Da rennen Elefanten durchs Haus – was für eine Unordnung” mit etwas “Whoa! Abenteuer” war für mich damals genau die richtige Mischung. Außerdem: Robin Williams.
Independence Day (1996)
Als ich diesen Film das erste mal sah, dachte ich, ich hätte den mit Abstand besten Film der Welt gesehen und alles was danach kommt, kann nicht besser werden. Mittlerweile wurde ich eines besseren belehrt, aber in Erinnerung geblieben ist mir dieser Film dennoch.
Space Jam (1997)
In meiner (wirklich kurzen) Basketball Phase, kam passenderweise auch gleich ein Michael Jordan Film in die Kinos. Ist für mich vor allem dadurch interessant, da dieser Film der erste war, den ich mehrmals im Kino gesehen habe. “Ins Kino gehen” war gerade DER Trend bei jedem Kindergeburtstag, so stand für mich glaub ich an drei Samstagen hintereinander “Space Jam” auf dem Programm. Was heute nach Folter klingt, war damals ein unglaublicher Spaß.
Mr. Nice Guy (1999)
Ein ganz unterhaltsamer Jackie Chan Film, mit eher weniger Story und etwas mehr Prügelszenen. Ist mir dennoch sehr massiv in Erinnerung geblieben, da der Kinobesuch dieses Films meine letzte gemeinsame Tätigkeit mit meinem Vater war, bevor er verstorben ist. Mag vielleicht ein merkwürdiger Film für persönliche Erinnerungen sein, aber aussuchen konnte ich es mir auch nicht.
Als Erwachsener
Matrix (1999)
Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen, die die gesamte Trilogie mögen und gut finden. Eine Geschichte, die ich immer wieder gerne sehe und über die ich schon unzählbare Stunden mit Freunden und Bekannten philosophiert habe. Richtig gutes Ding, mit (für die ganze Filmindustrie) wirklich revolutionären Ansätzen.
Fight Club (1999)
Gesehen habe ich den Film erst einige Jahre später bei einer Freundin. Seitdem ist dieser Film aber unangefochten mein Lieblingsfilm! Die ganze Story ist so herrlich anders als es in Hollywood sonst üblich ist – Respekt! Die Lehren von Tyler Durden zitiere ich noch heute gern. Und gehe meiner Umwelt damit ziemlich auf den Keks. Außerdem kenne ich seit “Fight Club” auch die Pixies, die auch noch immer zu meinen Lieblingen in der Musikbranche gehören. Man könnte meinen, der Film hatte einen gewissen Einfluss auf mich!
Der Herr der Ringe (2001)
Was war ich gespannt und rappelig, als bekannt wurde, dass meine absoluten Lieblingsbücher über den einen Ring, Frodo, seine Freunde und Tom Bombadil verfilmt werden sollten. Gut, Tom Bombadil hat es dann nicht in den Film geschafft, aber diese Trilogie hat mich durch die “00ers” begleitet, wie kaum ein anderer Film. Jeden einzelnen Film habe ich in einer Mitternachtspremiere gesehen (was für mich auch ein erstes Mal war), den zweiten und dritten Teil habe ich mitten in der Nacht noch mit dem/den Vorgänger(n) gesehen. DAS waren lange Nächte. Der Schultag danach hatte es auf jeden Fall in sich..
Catch me if you can (2003)
Ein weiterer Film den ich aufgrund persönlicher Erinnerungen sehr schätze. Seit dem Tag dieses Kinobesuches bin ich mit meiner besseren Hälfte zusammen. Wichtiger kann ein Film kaum sein! (Ich mag aber tatsächlich auch die Geschichte.)
Hollywood Cops (2003)
Diesen Film habe ich mal ausnahmsweise als negative Erinnerung mit reingenommen. Obwohl es ein Harrison Ford Film ist, hatte ich, während ich in diesem Film saß, erstmals das Bedürfnis aus dem Kino zu fliehen. Hoffentlich muss ich den nie nie wieder sehen. Erst seit diesem Film bin ich in der Lage, Filme wirklich beschissen zu finden. Man könnte auch sagen: 2003 – das Jahr in dem ich rein cineastisch erwachsen geworden bin.
Sweeney Todd (2008)
Die düstere Geschichte um den teuflischen Barbier aus der Fleet Street ist für mich etwas besonderes, weil dies der erste Streifen war, bei dem ich nicht gleich das Kotzen bekommen habe, nur weil dort gesungen wurde (lässt man mal bewusst parodierten Gesang oder Kinderfilme mal raus). Dort passt es hinein! Die Stimmung ist gruselig bis trashig und ich mag die Geschichte einfach. (Und Tim Burton)
Watchmen (2009)
Der letzte Film, der mir so richtig gut gefallen hat. Wer sich im Watchmen Universum nicht auskennt, sollte sich das Wissen selber aneignen. Alles was ich jetzt schreiben würde, würde zu viel vorweg nehmen. Sehr sehr geniale Geschichte!
Das waren meine bescheidenen 17 Filme, die mir allein spontan eingefallen sind. Ein weiterer Beweis dafür, dass ich bei solchen Themen nicht zu weit ausholen sollte – dauert sonst alles zu lang. Ich hoffe so meinen bescheidenen Anteil zur Blogparade leisten zu können. Wer noch mitmachen möchte, hat noch bis zum 4. September Zeit und sollte seinen Trackback hier hinterlassen.
19. August 2009 um 21:09 Uhr
Klasse, besonders die frühen Filme. Elliot und Das letzte Einhorn hatte ich beide auf Video. Und Das Letzte Einhorn fand ich immer unglaublich spannend, anstrengend und gruselig. Trotzdem habe ich den Film angeschaut, wieder und wieder.
Feivel war bei mir auch Hoch im Kurs. http://www.youtube.com/watch?v=MjpiC7sFEg4
Hook und Jurassic Park habe ich gesehen, waren für mich aber nicht besonders wichtig. Und danach nennst du auch noch ein paar Perlen – trotzdem bleibe ich dabei: die alten Sachen aus meiner Kindheit sind die besten
21. August 2009 um 23:07 Uhr
Oh oh Filme … und schon bin ich beim Kommentieren, einer Tätigkeit mit der ich das Internet sonst eigentlich verschone.
Aber lass uns streiten!!!
Es gibt viele gute Filme. Es gibt auch viele schlechte Filme. Aber welche so richtig übel sind, und die im Gedächtnis bleiben, sind eigentlich die Filme die angeblich gut sein sollen. Um nicht auf den Geschmack einzugehen nehm ich zwei Kategorien:
1) Antikriegsfilme hab ich noch nie gemocht. Halt nicht mein Geschmack. Obwohl als ich dann vor 3 Monaten FMJ sah ihn doch recht gut fand. Um den Film geht es aber nicht sondern um ein wohl cineastisches Meisterwerk. Apocalypse Now! Ich bin damals fast eingeschlafen (was mir nur bei diesem Film und dem nächsten passiert ist) und hab nach den ersten 40 Minuten abgeschaltet. Bis jetzt hab ich ihn nocht nicht weitergeschaut.
2) Sience-Fiction ist eigentlich mein Lieblingsgenre. Da kann man sich als Regisseur auf so viele Arten austoben und wer SF mag schluckt es für gewöhnlich; auch wenn es hinterher nur mit OK kommentiert wird. So richtig grottig fand ich dann aber 2001: Space Odyssey. Wieder die selbe Einschlafproblematik. Und auch wieder am Anfang. Wieso lassen die 5 Minuten lang son dummes Spaceshuttle andocken und spielen dabei nur den Wiener Walzer??? Nicht die ollen Affen vorher vergessen. Die waren auch recht lame trotz der monumentalen Aussage über menschliches Verhalten. Das einzig gute an diesem Film war meiner Meinung nach der Computer HAL 9000: “I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that.”
24. August 2009 um 09:21 Uhr
Tolle Sammlung! Fast alle Filme sind unter meinen Favoriten!